Diesmal hat es etwas länger gedauert.
Da wir euch nicht mit zu vielen Informationen überhäufen wollen, erzählen wir nur die Highlights des letzten Monats.
Fangen wir da an, wo wir aufgehört haben:
Am Samstag den 20.9.08 gings nach Santo Domingo, weil der Jeep zur Reparatur musste. Einfacher gesagt als getan. In Ecuador wird das Auto nicht einfach zur Werkstatt gebracht und nach ein paar Stunden wieder abgeholt. Nein. Es wird zunächst der Schaden in der Werkstatt festgestellt und eine Liste der Ersatzteile geschrieben, die der Besitzer dann schnellst möglichst selber besorgen muss. Dazu muss man die Hauptstraße entlang, um sich in den unzähligen Ersatzteilläden die benötigten Teile zusammen zu suchen. War man damit erfolgreich, folgt die eigentliche Autoreperatur.
Der 26.9.08 ist der Nationalfeiertag der ecuadorianischen „Bandera“ (Flagge). Nicht nur für die Schüler der „Escuela Sagrada Familia“ bedeutet das: Wie wochenlang geprobt zur Marschmusik mit Uniform und Fahnen auf den Schulhof einmarschieren, Position einnehmen, stolz die Nationalhymne schmettern und die Geschichte der Flagge vortragen. Jeder der 7.Klasse (Abschlussklasse) muss einen Schwur auf die Flagge ablegen und die neun besten erhalten zudem Diplome und Schärpen. Auf der Terasse des Schulgebäudes fand anschließend noch eine Feier mit einer bappsüßen Riesen-„Plastik“-Torte statt. Am Nachmittag lud uns Lizeth, eine der ersten Internatschülerinnen, auf die Finca ihrer Familie ein. Ihr Vater baut Guavas, Orangen, Mandarinen, Limonen und Kakao an. Nach einem Ausflug zu Pferd durften wir von allem etwas probieren und zum Schwesternhaus mitnehmen.
Am darauffolgenden Sonntag wurde in Ecuador über die zukünftige Verfassung mit „Sí“ oder „No“ abgestimmt. Gegen acht Uhr abends stand dann fest, dass das „Sí“ gewonnen hatte, was uns nicht besonders verwunderte. Die Plakate, die für die Verfassung propagierten, waren in den letzten Wochen an jeder Hauswand zu sehen, in den Schulen wurden „Sí“-Armbänder an die Kinder verteilt, die Ecuadorianer zur Ansprache des Präsidenten Correa nach Guayaquil eingeladen und die Reise dafür vom Staat bezahlt. Zudem wurden jeder Bevölkerungsschicht mehr Zuschüsse versprochen wie etwa den Arbeitern eine Lohnerhöhung bis zu 30 Dollar. In Santo Domingo begegneten wir auch der Gegenposition in Form einer „No“-Protest-Aktion. Während der letzten 3 Tage vor dem Referendum war es übrigens wegen des „ley seca“ verboten Alkohol auszuschenken bzw. zu trinken.
Am 07.10 begleiteten wir Padre Max und die Schwestern zu der Segnung einer Finca (denn zu jeder Festlichkeit, die die Schwestern besuchen sind auch wir eingeladen).
Der Mittwochabend war ein kleines Highlight für sich. Mit ein bisschen Musik aus dem CD-Spieler verwandelte sich der Internatshof zu einer Tanzfläche. Niños wie auch Señoritas waren von der spontanen Aktion begeistert.
Zwei Tage später fuhren wir mit halb Santa Maria auf der Padre-Max-Ranchera nach San Clemente, wo der Padre die nächsten drei Monate leben wird. Deshalb verbrachten wir die Nacht von Donnerstag auf Freitag damit, die Habseligkeiten des Padres in Kisten zu verstauen. Während der Fahrt wurde gesungen, geredet, gelacht, gespielt, gebetet…bis wir abends um 7 endlich an unser Ziel kamen. Im Strandrestaurant wurde das Abendessen für über 50 Leute spontan zubereitet, mit dem der Padre willkommen geheißen wurde. In dem recht kleinen, friedlichen Stranddorf San Clemente konnte jeder ein Bett für die Nacht finden. Der nächste Morgen begann für viele mit einem Bad im relativ warmen Pazifik. Nach einem Mittagessen am Morgen, Strandspaziergang und Muschelnsammeln verabschiedete sich Santa Maria del Toachi von seinem langjährigen Pfarrer.
Den Rückweg nahmen wir nicht direkt nach Santa Maria sonder machten einen Abstecher an andere Städtchen am Meer. Dazu setzte die Ranchera bei der Bahía de Varáquez über und wir folgten mit einem kleinen Boot. Auf der anderen Seite angekommen gings auf dem Dach der Ranchera gleich weiter um in einem Meeresfrüchterestaurant am Strand Mittag zu essen. Von dort aus fuhren wir auf dem direkten Weg nach Hause, wo wir gegen 11 Uhr ankamen.
Dies war erst der erste Teil unseres Rundbriefes. Weil wir sehr viel erlebt aber bisher recht wenig Zeit hatten das alles zu schreiben, hoffen wir nächste Woche (weil da Ferien sind) nochmal ins Internet zu kommen und den zweiten Teil zu schicken. An dieser Stelle wollen wir uns bei allen bedanken die uns Materialien für den Englischunterricht gesendet haben und auch bei all den fleißigen Lesern, die uns auf unsere Briefe antworten.
Liebe Gruesse und hoffentlich bis bald!
Larissa und Katrin