Mittwoch, 31. Dezember 2008

Rundbrief 4






¡Feliz Navidad y un próspero Año Nuevo!

Wenn auch ein wenig verspätet schicken wir euch unsere besten Wünsche und Grüße zu Weihnachten und fürs neue Jahr. Wir hoffen ihr habt wunderschöne Feiertage verbracht und könnt wohl auf ins neue Jahr starten.

Vor dem Bericht über die Adventszeit müssen wir euch noch erzählen, wie in den letzten Novembertagen unsere Pechsträhne mit den technischen Geräten (hoffentlich) ein Ende genommen hat.

Obwohl ie Festplatte des PCs der Schwestern kaputt gegangen und damit der erneut geschriebene Rundbrief verschwunden war (AAAAAHHH!), ließen wir uns am Freitag, den 21.11.08 die gute Laune nicht nehmen das einjährige Jubiläum der Provinzwerdung Santo Domingos zu besuchen. Auf diesem Fest traten Komiker und Musiker auf, es wurden Reden gehalten und zur Musik der Live-Band getanzt.

Am Montag mussten wir kurze Zeit das Internat räumen, da Beauftragte der Regierung in allen Gebäuden Mittel zur Malariavorbeugung versprühten. Daraufhin war der Boden in kürzester Zeit mit Insektenleichen übersät und die wenigen Überlebenden schwirrten benebelt, mit letzer Kraft durch die todesbringende Luft.

Am Mittwoch, den 26.11.08, gings dann endlich nach Santo Domingo um Katrins wieder vollkommen hergestellten PC abzuholen, den der Schwestern in die Reparatur zu geben und, das Wichtigste, den Fuß von Madrecita Maria Magdalena richtig untersuchen zu lassen. Es wurden die beiden Brüche festgestellt und der Termin für die Operation festgelegt, die sie gut überstanden hat. Es geht ihr gut, sie darf ihren Fuß nur nicht bewegen und muss deshalb in Santo Domingo im Haus der Mutter von Schwester Marina bleiben.

Mit dem Pregon am Freitag wurde dann das Schulfest des Colegios angekündigt, wo auch dessen Reina 2008 / 2009 gewählt wurde. Zur Einstimmung präsentierten sich die 6 Kandidatinnen auf festlich geschmückten Wägen, es fanden Comparsas statt und zur allgemeinen Erheiterung traten schon am Freitag 6 außerordentlich hübsche und sehr „weibliche“ Kandidaten zu einer Misswahl an.



Am nächsten Abend galt es für Larissa zusammen mit zwei weiteren Jury-Mitgliedern diejenige auszuwählen, die besonders gut tanzen, eine Frage zu einem aktuellen Thema beantworten und sich am besten in Abendkleidung präsentieren konnte. Durch den Auftritt verschiedener Tanzgruppen wurde das Publikum zum anschließenden Tanz animiert.


Jetzt endlich zu unseren Weihnachtsvorbereitungen.


Damit bei uns wenigstens etwas Weihnachtsstimmung aufkam, was uns bei den warmen Temperaturen, der Fülle an Früchten (Mango-Saison) und ohne Familie, Freunde, Weihnachtsmarkt (Glühwein, Lebkuchen, Schnee etc.) und lediglich „singenden“ Plastikweihnachtsbäumen sehr schwer fiel, haben wir uns den gewohnten „Weihnachtsstress“ mit Plätzchen backen, Adventskalender, Nikolaustag, Geschenke (für das Internat und die Schwestern) kaufen, weihnachtliches Briefpapier herstellen, Weihnachtsmusik, Krippe und „Weihnachtsbaum“ auch hier gemacht.


Das hieß für uns fast jedes Wochenende Zutaten für Plätzchen und Geschenke in Santo Domingo zu besorgen. Das hier unübliche Plätzchen backen hat sich als sehr kostspieliges und zeitaufwändiges Vergnügen herausgestellt, weil es beispielsweise Mandeln nur sehr teuer und nicht gemahlen zu kaufen gibt und die Temperaturen in den Gasöfen nicht konstant und nur schwer zu regulieren sind.

Jeden Tag im Dezember durfte ein (manchmal auch zwei) Internatsschüler eins der 26 Jute-Säckchen des Adventskalenders öffnen. Darin befanden sich ein Kugelschreiber (da bei den Hausaufgaben grundsätzlich rote und blaue Kugelschreiber fehlten), eine Kleinigkeit (die je nach Alter und Geschlecht variierten) und ein Riegel Jet-Schokolade mit Sammelbildchen fast aller Tierarten der Welt. Seitdem Padre Max die dazugehörigen Sammelbücher verteilt hat, sind die Kinder und auch wir dem Sammel- und Tauschwahn verfallen. Das lenkt nicht nur die Internatskinder von den Hausaufgaben sondern auch unsere Schüler im Englisch-Unterricht ab. Weil auch wir eifrig dabei sind, die restlichen 120 Bildchen (von 250) in unser Album einzukleben, versuchen uns unsere Schüler nun nicht mehr mit Süßigkeiten, sondern mit Sammelbildchen zu bestechen.


In der letzten Unterrichtsstunde vor den Weihnachtsferien veranstalteten wir deshalb in jeder Englischklasse einen angekündigten Englisch-Wettbewerb, bei dem es eines der begehrten Sammelbücher „animales del mundo“ zu gewinnen gab.



Deshalb durfte auch im „Niklausschuh“ der Internatskinder die Jet-Schokolade nicht fehlen. Zusätzlich füllten ein Apfel und selbstgemachter Lebkuchen die auf Hochglanz polierten Schuhe. Der Nikolaus kam hier dieses Jahr (Premiere) zwei Tage verspätet, weil am 6. Dezember nicht alle Internatsschüler im Internat waren. Zur Enttäuschung der Kinder, die nicht verstehen wollten, dass „San Nicolás“ nur einmal im Jahr kommt, blieben die vor der Tür stehenden Schuhe an den darauffolgenden Tagen leer.


Am zweiten Advent begann die Plätzchen-Back-Aktion. Da Julia und Kristina zum Glück ein paar Ausstecherles-Formen dagelassen hatten, konnten wir mit den Kindern Ausstecherles und andere Gutsle backen.



Sobald es uns zeitlich möglich war, haben wir für die Weihnachtsfeier im Internat (am 22.12.08), die Schwestern und andere Familien 9 verschiedene Sorten (nicht alle mit den Kindern) hergestellt. Dazu lief natürlich Weihnachtsmusik, wie es sich gehört.


Die Weihnachtszeit ging in der Schule auch nicht unbemerkt vorüber. Im Englisch-Unterricht brachten wir „We wish You a Merry Christmas“ bei. Zusätzlich zu einer großen Krippe für alle wurde auch in jedem Klassenzimmer der Stall von Betlehem nachgebaut.

Am 4.12.08 wurden Maria, Josef und die 3 Könige für das „Krippenspiel“ am 23.12 von den Klassen 1-4 gewählt. Nachdem die Kinder verkleidet und geschminkt waren zogen Josef und Maria auf einem echten Esel zusammen mit Engeln, Hirten und den heiligen 3 Königen singend und auf der Suche nach einer Herberge, die sie dann letztendlich in der „Escuela la Sagrada Familia“ fanden, durch Santa Maria. Anschließend fanden in jeder Klasse Weihnachtsfeiern mit Weihnachtsessen statt, zu denen wir eingeladen waren.


In den letzten neun Tagen vor Heiligabend, fand hier die sogenannte „Novena“ statt. Jede Institution (das Internat, die Schulen, die Polizei, Seguro, die Schwestern, Juan 23…) in Santa Maria bereitete eine Besinnung auf Weihnachten, meist mit Rosenkranz, einem Denkanstoß, Weihnachtsliedern und einer Süßigkeit vor, der an manchen Tagen die Messe folgte. Mit Naturmaterialien wurde der Altarraum in eine Stallkulisse verwandelt und vor dem Altar eine Krippe aufgebaut. Das einzige was die besinnliche Stimmung störte waren die weihnachtsliederfetzen-dudelnden-blinkenden-kunterbunt-leuchtenden Lichterketten, die auch während der Messe keine Ruhe gaben (glücklicherweise haben wir bis zu Heiligabend die Ausschaltknöpfe gefunden und betätigt!!!).


So geschmackvoll wie möglich versuchten wir die Krippe und auch den „Weihnachtsbaum“ im Internat zu gestalten. Ein paar Kinder halfen uns dabei, aus dem kahlen Baum (ohne Blätter) mit Hilfe von Blättern, Kitschgirlanden und Lichterketten einen weihnachtsbaumähnlichen blinkenden Glitzerbollen zu machen. Die Krippe stellten wir aus Baumstümpfen, Holz, Papaya- und Bananenbaumblättern und einer selbstgemalten hinteren Stallwand her (Krippenfiguren waren schon vorhanden).




Am 24.12.08 wurden vormittags auf der Pista Parroquial Süßigkeiten und Essen verteilt, nachdem jede Schule einen kleinen Beitrag zum Programm geleistet hatte, wie z.B. ein Lied (Weihnachtslieder auf Spanisch und von unseren Englischklassen mit uns auf Englisch), Verse etc.


Nachmittags gingen fast alle Kinder des Internats nach Hause und wir nutzten die Zeit um Geschenke zu machen und Daheim anzurufen. Am Abend ließen wir es uns nicht nehmen uns durch Singen und Plätzchen essen auf Weihnachten einzustimmen. Nach einem erneuten Umzug von Josef und Maria und dem Rosenkranz ging die Messe 23.00 los. Die folgenden 2 ½ Stunden verbrachten die Kinder des Krippenspiels kniend vor dem Altar. Das anschließende schöne Weihnachtsfest mit Geschenken und Festmahl fand dann um 1.30 nachts statt.

In der Weihnachtszeit war aber noch einiges mehr los, das nichts mit Weihnachten zu tun hatte und aber genauso in diesen Rundbrief gehört.


Die Weihnachtszeit ist hier nämlich auch eine Zeit der Feste und Misswahlen.


Am 6.12.08 wollten wir eigentlich nur Mayerling, eine Internatsschülerin, zur Wahl der „Reina de la Parroquia“ begleiten. Da aber eines der 4 Jurymitgliedern aus Santo Domingo nicht erschien, musste Katrin sehr spontan (5 Minuten vor Beginn) dieses ersetzen und so die neue Reina von der Pfarrgemeinde Santa Maria wählen (Die Bewertungskategorien sind immer dieselben). Zur Freude aller, hat die Kandidatin der „Compania Padre Max Wolf“, Mayerling Mejilla, verdient gewonnen und wird jetzt unsere Parrquia in Santo Domingo vertreten, Bonbons verteilen, bei öffentlichen Versammlungen präsent sein und die üblichen Aufgaben, die zu einem Repräsentantenamt gehören, erfüllen.




Drei Tage später waren wir erneut als Jurymitglieder gefragt, da das „Centro de Salud Seguro Campesino Rural“ (das kleine Gesundheitszentrum in Santa Maria) sein 25-jähriges Jubiläum feierte. Nach der 3-stündigen Hauptversammlung, einer Vorstandswahl, der Anwesenheitsliste und der Verteilung neuer Kalender bewerteten wir Gesellschaftsspiele wie den Paartanz mit einer Tomate, Wetttrinken aus einer Nuckelflasche, Einfädeln auf Zeit und Tanz-, Witze-, und Gesangwettbewerbe.





Nicht nur, weil an die besten Teilnehmer kleine Präsente verliehen wurden, stellten sich die Anwesenden freiwillig und voller Begeisterung den lustigen Aufgaben.





Trotz oder gerade wegen falscher Schritte, schräger Töne und schlechten Witzen hatten wir und das Publikum unseren Spaß.

Am Freitag, den 12.12. stellten sich im Colegio „Jaime del Hierro“ verschiedene Organisationen mit ihren Kampagnen zu Krankheitsvorbeugung (wie z.B. Malaria, Denguefieber, Parasiten etc.) Mangelernährung und Alphabetisierung mit Informationsständen vor. Es fand auch ein Anti-Drogen-Malwettbewerb für Kinder statt, das Seguro und ein extra angereister Zahnarzt boten kostenlose, ärztliche Untersuchungen an, das Ministerium für Tourismus sowie eine Finanzberatung und eine Telefongesellschaft waren vertreten.

Weil sich am nächsten Tag die Schulen marschierend und uniformiert beim „Desfile“ präsentieren mussten, blieben die älteren Internatsschüler über das Wochenende in Santa Maria. Da alle Schwestern außer Haus waren, übernahmen wir mal wieder das Management des Internats samt Kochen, Aufsicht und (!) ins Bett bringen… Neben einem am Mittag stattfindenden Motocross-Rennen für groß und klein wurde abends auf dem Fest mit der überraschend hinzugestoßenen Familie Madre Maria Magdalenas aus dem nördlichen Carchi getanzt.


Zusammen mit ihnen fuhren wir auch am nächsten Morgen nach Santo Domingo.


Schon zum zweiten Mal hatten wir Probleme zurück nach Santa Maria zu kommen: Beim letzten Mal war der Bus auf der unbefestigten Straße mitten im Urwald stehengeblieben. Bei Dunkelheit improvisierten die männlichen Insassen mit Baumstämmen und Steinblöcken um den nicht vorhandenen Wagenheber und die fehlenden Werkzeuge zu ersetzen. Nach mehreren Stunden brachte sie den Bus dann schließlich wieder zum Laufen.


Dieses Mal kamen wir nicht von Patricia Pilar weg, da die letzte Ranchera vor Kurzem aus dem Fahrplan gestrichen wurde. Das lange Warten wurde uns von den freundlichen Besitzern einer Eisdiele versüßt. Als uns dann der Anruf erreichte, dass eine Weiterfahrt mit Motos in der Nacht zu gefährlich ist (Raubüberfälle), beschlossen wir kurzer Hand zurück nach Santo Domingo zu fahren, um dort zu Übernachten.


Dass sowohl in Ecuador als auch in Deutschland ähnliche Probleme zwischen Eltern und ihren Kindern existieren, machte uns ein Psychologe aus Santo Domingo auf unterhaltsame Weise deutlich, als er am 16.12.08 die extra dafür einberufene Elternversammlung der Sagrada Familia besuchte.

Am Samstag den 20.12.08 waren wir zu einer Hochzeit mit Taufe in Santo Domingo eingeladen. Dafür mussten wir uns erst angemessene Kleidung und Schuhe besorgen. Nach zweitägiger Shopping-Tour durch die Marktgassen Santo Domingos fand endlich jede ein schönes Kleid und passende Schuhe ohne ein Vermögen ausgegeben zu haben. Trotz 6 Täuflingen und einer Eheschließung dauerte der Gottesdienst nicht annähernd so lang wie ein normaler Sonntagsgottesdienst bei Padre Raffael. Der Hochzeitsmarsch hat am Anfang und am Schluss natürlich auch nicht gefehlt genauso wie das Werfen von Reis. Bei der anschließenden Feier fanden dieselben Spiele statt wie in Deutschland. Der Brautstrauß wurde geworfen (wir haben ihn leider nicht gefangen ;-)), das Strumpfband der Braut wechselte die Besitzerin (an Larissa), es wurde gegessen und zu der Musik getanzt, nachdem das Brautpaar mit dem Wienerwalzer (zumindest hat die Musik gestimmt) die Tanzfläche eröffnet hatte.




Am ersten Weihnachtsfeiertag wurde morgens erst noch alles für die Erstkommunion hergerichtet, die um 10.00 am selben Tag stattfand. Der Gottesdienst wird den Kindern immer in Erinnerung bleiben, da sie in dem vierstündigen Gottesdienst nicht nur vor der vollen Kirche einzeln aufgerufen und abgefragt wurden (auch die Eltern) und ihre von der letzten Nacht schon strapazierten Knie erneut beansprucht wurden.



Nachmittags gab es einen Überraschungsbesuch von 12 Familienmitgliedern Schwester Lucias. Wir konnten aber auf den Ausflug mit ihnen am nächsten Tag nicht mitkommen, weil wir bereits von der Mutter einer Schülerin nach El Mirador eingeladen worden waren. Nach einem erfrischenden Bad im Fluss, einem Festmahl (Auswahl zwischen Truthahn, Schwein, Huhn und Rind), dem Paseo del Niño und der anschließenden Messe konnte das Fest endlich losgehen, auf dem getanzt, Gitarre gespielt und gesungen wurde.

Obwohl das Fest bis in die frühen Morgenstunden ging, wurden um 7.00 Uhr die Kühe gemolken, wobei wir wieder helfen durften. Nach dem Frühstück versuchten wir mit den Kinder noch ein paar Fische mit der Angel zu fangen, was mehr oder weniger erfolgreich war und für manche (die Katrin helfen wollten) im Matsch endete.






Endlich, nach vielen stressigen Wochen, können unsere verdienten Ferien losgehen! Wir lassen jetzt alles etwas ruhiger angehen um unsere Kräfte für die kommende Prüfungszeit zu sammeln. Außerdem freuen wir uns auch schon auf unsere Seminarwoche in Baños in der wir die anderen deutschen Jugendlichen aus dem Vorbereitungsseminar, die in Bolivien und Peru arbeiten, wiedertreffen.

Bi wi uns im neuen Jahr wieder melden, wünschen wir euch guten Rutsch und einen guten Start. Lassts krachen und feiert für uns mit.








Muchos saludos!


Larissa y Katrin

PS: Wir haben es jetzt (ja ja, sehr früh nach vier Monaten) geschafft eine Adresse zu finden, wo uns Briefe und Karten (bei Päckchen sind wir uns nicht sicher) erreichen bzw. schon erreicht haben. Sie lautet:

Katrin Schleinschok/Larissa Bruder
Correo Provincia Santo Domingo de los Tsachilas,

Santo Domingo de los Colorados,

ECUADOR













Freitag, 5. Dezember 2008


Fotos


Tag der "Bandera"

Fussbalturnier in der Sagrada Familia


San Clemente mit Padre Max

Mittwoch, 26. November 2008

Gute und schlechte Neuigkeiten!

Wie ihr seht hab ich meinen Lap top wieder. Er ist wieder top fit. Also kanns weiter gehen. Für den anderen Lap top sieht es leider net so gut aus! Da ist die Festplatte hinüber. Also ist somit der 3.Teil des Rundbriefes weg! Naja... Wir schreiben ihn halt nochmal. Also ihr braucht nur noch n bissle Geduld. Damit es euch net langweilig wird ham wir euch den 2.Teil hochgestellt.

Liebe Grüße Larissa und Katrin!

Rundbrief 3 (Teil 2)


Wie versprochen kommt hier die Fortsetzung unseres 3.Rundbriefes. Der Rundbrief musste in 2 Teilen geschrieben werden, weil es hier richtig viel zu tun gibt und wir uns deshalb nicht so lang am Stück dem Rundbrief widmen können. (Tut uns Leid!)
Aber da wir ja erzählen wollen, was hier alles passiert und was wir hier überhaupt machen, schreiben wir so viel wie möglich.

Am Dienstag, den 14.10.08 veranstalteten wir im Internat ein Fußballspiel mit groß und klein. Zu gewinnen gabs 2 Packungen Waffelkekse die wir vom Padre Max bekommen haben. (Sie kamen uns in der ersten Zeit in Santa Maria wie Pappe vor, inzwischen sind wir süchtig.) Padre Max wird hier von allen sehr vermisst. Die Kinder haben uns auch schon nach ihm gefragt und ganz traurig festgestellt, dass sie jetzt von ihm keine Kekse und Schokolade mit Sammelbildern mehr bekommen können.

Mit Fußball gings am nächsten Tag gleich weiter, da in der „Escuela la Sagrada Familia“ ein großes Turnier der umliegenden Schulen stattfand. Die Jungs der Sagrada Familia holten sich den Pokal.

Anlässlich des 11.Jahrestages der Segnung der Schule durch Pfarrer Kaufmann, bei der auch ein Teil des Kirchengemeinderates aus Leonberg anwesend war fand am Samstag den 18.10.08 ein großes Schulfest statt. Um dies anzukündigen und für eine große Besucherzahl zu sorgen, zogen die Kinder mit Kostümen und Musik angeführt von der kleinen Schulranchera durch das Dorf. Anschließende Auftritte einzelner Klassenstufen rundeten das Programm ab und stimmten das Publikum schon mal auf den morgigen Abend ein.
Für uns Zwei gabs am Nachmittag noch eine besondere Überraschung. Sebastian, ein ehemaliger Freiwilliger aus Weil der Stadt, traf in Santa Maria ein und brachte uns, neben Rittersportschokolade auch persönliche Gegenstände aus Deutschland mit. Seit seinem Jahr in Santa Maria kommt er regelmäßig (jetzt schon das 5.Mal) wieder, um zu arbeiten (er hat die Pläne des Schulgebäudes entworfen, beim Bau geholfen, auf den Fincas mit angepackt, etc.) und Freunde zu besuchen.
Als wir gegen 21.00 auf dem festlich geschmückten Schulhof eintrafen, rannten die Kinder in ihren farbenfrohen Kostümen durch die Gegend, da sie ihren Auftritt beim Tanzwettbewerb kaum abwarten konnten. Als Mitglieder der Jury war es unsere Aufgabe (mit 3 anderen) die Choreografie, die Kostüme und den Ausdruck der Tänze zu bewerten, die jede Klassenstufe wochenlang einstudiert hatte. Eine andere Jury, bestehend aus wichtigen Persönlichkeiten der Stadt kürte die „Niña Escuela de la Sagrada Familia“. Um diese „Mini-Misswahl“ zu gewinnen musste man zuerst mit der Gruppe vortanzen, sich vorstellen, dann die Trachten und die Geschichte jeweils eines Urvolkes präsentieren. Die letzte Möglichkeit die Jury für sich zu gewinnen, war im Ballkleid und mit männlicher Begleitung die auswendig gelernte Antwort auf die Frage: „Was bedeutet es für dein Verhalten auf eine katholische Schule zu gehen?“ zur allgemeinen Zufriedenheit vorzutragen. Die Kandidatin der 2.Klasse gewann nicht nur die Herzen der Jury und aller Anwesenden, sondern auch die Misswahl und (somit wie alle anderen Kandidatinnen auch) eine riesige Geschenktüte und eine Schärpe. Zu unserer Überraschung durften auch wir, ohne jegliche Vorwarnung und völlig perplex (mit Lolli in der Hand), auf die Bühne und eine Schärpe verleihen.

Am Sonntag gings dann mit Sebastian zu einem Fußballspiel im nahegelegenen Recinto „La Corina“. Weil der Rancherafahrer anschließend lieber Volleyballspielen wollte, gings nach einer halben Stunde Warten zu Fuß nach Santa Maria. Als Entschädigung für den 1 ½ stündigen Fußmarsch gab uns Sebastian das Fruchtfleisch einer Kakaoschote zu probieren. Er warnte uns allerdings nicht vor, dass man nicht auf die Kakaobohne beißen darf. Ganz schön gemein! Man kann sich nämlich nicht vorstellen, wie bitter und ungenießbar die Bohne ist, aus der später die leckere und weltweit beliebte ecuadorianische Schokolade wird.

Am Montagmorgen fuhren wir um Punkt 5.00 Uhr mit Don Jorge (dem Schulbusfahrer) und Washington (dem Schulsekretär) mit dem Schulbus in die umliegenden Recintos, um die Schulkinder, die an der Straße warteten, einzusammeln, da es hier sowas wie eine Bushaltestelle nicht gibt. Rechtzeitig zur „Formación“ um 7.50 erreichten wir die Schule. Da heute der erste Prüfungstag der Prüfungswoche (Mo – Fr) war, wurde zusätzlich zum morgendlichen Gebet und der Ansprache von Sor Blanca Ines die Nationalhymne gesungen. Ja richtig, in den vergangenen Wochen mussten sich die Kinder neben den zeitintensiven Proben (vormittags und nachmittags) für den Tanzwettbewerb auch auf die Examen des 2. Trimesters vorbereiten. Täglich schrieben die Schüler (ab der 3.Klasse) 2-3 Examen (ab ;-)) und hatten danach noch Unterricht bzw. Vorbereitung für die Prüfungen am nächsten Tag. Um das Ganze zu entschärfen: Der größte Teil der Lehrer hatte zur Vorbereitung in jedem Fach einen „Cuestionario“ zum Ausfüllen und Auswendiglernen erstellt, der quasi identisch mit dem Examen war. Trotz allem war die Prüfungswoche ziemlich anstrengend, da die ausgefüllten „Cuestionarios“ benotet wurden und ziemlich viel Stoff wiederholt werden musste.

Da sich im Laufe der Woche durch Bauchschmerzen und andere Symptome die Probleme eines jeden Ausländers in einem tropischen Land angekündigt hatten, suchten wir am Mittwoch in Santo Domingo einen Arzt auf. Es stellte sich dann heraus, dass wir tatsächlich ein paar Mitbewohner zu viel hatten.

Aus der Messe am Donnerstagabend kamen wir als vom Padre Raffael ernannte „Todsünder“, da wir uns entschlossen hatten die Hostie nur sonntags zu empfangen. Die Konsequenz war nicht nur, dass wir (mit „Señoritas Alemanas“) und auch andere deshalb namentlich im Gottesdienst genannt und zur Beichte aufgerufen wurden, sondern auch alle anderen Besucher des Gottesdienstes 1 Stunde länger bleiben mussten um knieend für (uns) Sünder zu beten. Um das den Internatskindern nicht nochmal zuzumuten, haben wir uns dazu entschieden nur noch sonntags die Messe zu besuchen.

In die wohlverdienten Ferien starteten wir zusammen mit den Internatsschülern und zwei Schwestern mit einem Besuch auf der Finca der Eltern zweier Internatsschüler. Auf dem Dach der kleinen Schul-Rancherita musste man zwar den herabhängenden Ästen ausweichen, hatte aber dafür einen einmaligen Blick auf den sonnenbeschienenen Urwald und die am Fluss weidenden Kühe. Im Laufe des Nachmittags ernteten wir die Guavas (lange kaktusartige Früchte, aus denen man das weiße, schaumige Fruchtfleisch isst), ritten auf Esel und Pferd, schauten eine der hier so beliebten Schnulz-Telenovelas, badeten und fischten im Fluss auf die hier übliche Art. Auf unseren Fang tranken wir „trago“ (Zuckerrohrschnaps) und ließen den Abend bei Musik und Tanz ausklingen.

Da die darauffolgende Woche wie Deutschland (Herbstferien) schulfrei war, hatten wir am Montagmorgen Zeit ein Huhn zu schlachten, zu rupfen, auszunehmen, zu kochen und zu essen. Wir waren sehr erstaunt darüber, dass man ein Huhn so schnell und ohne große Sauerei (fast kein Blut) zubereiten kann. Wir hätten auch nicht gedacht, wie viel man von einem Huhn verwenden (selbst die unverdauten Maiskörner werden wieder verfüttert) bzw. essen (Kamm, Füße, Kopf, Innereien, etc.) kann.

Die Nacht verbrachten wir ausnahmsweise bei den Schwestern, da wir am nächsten Tag ganz früh nach San Clemente zu Padre Max aufbrechen wollten. Mit der ausgepolsterten Camionetta gings bis nach Santo Domingo, von wo aus wir mit dem Bus über Roca Fuerte nach San Clemente weiter fuhren. Mit einer Stunde Verspätung erreichten wir unser Ziel um 15.00, weil wir unsere Umstiegsmöglichkeit verschlafen hatten. Nach einem Besuch bei Padre Max gings an den Strand, an dem wir bis zum Sonnenuntergang badeten. Den nächsten Tag verbrachten wir größten Teils am Strand. Morgens konnte man die Fischer beim Fischen beobachten, am Strand spazieren gehen und natürlich baden. Während sich die Schwestern von einem „Einrenker“ in Charapoto kurieren ließen, genossen wir den restlichen Tag am menschenleeren Strand. Gegen später gönnten wir uns noch ein Eis und Kaffee & Kekse im Strandcafé. Zum Abschied aßen wir mit Padre Max im Strandrestaurant „El Tiburon“ (der Hai) zu Abend. Mit frischem Fisch im Gepäck gings am nächsten Morgen zurück nach Santa Maria del Toachi.

Die nächsten Tage gingen wir hauptsächlich der Aufgabe nach, Listen der Becados zu vervollständigen und zu berichtigen, uns einen Überblick der Finanzen und Kosten (der Becados und des Internats) zu verschaffen und diese elektronisch festzuhalten und aktuelle Fotos der Kinder zu machen. Dabei lernten wir nicht nur Santa Maria und seine Umgebung besser kennen, sondern bekamen auch einen besseren Einblick in welchen Verhältnissen und wie die Menschen hier leben. Während die einen gefliesten Boden und „verspiegelte“ Fenster haben, leben die anderen in Bretterhütten, wo sie sich ein Bett zu 8 teilen müssen.

Allerheiligen (Samstag, den 1.11.08) verbrachten wir mit einer Großfamilie (Mamas, Papas, Omas, Opas, Enkel, Kinder, Geschwister, Cousins, Tanten, Onkel, Freunde….) aus Quito die hier ihren „Wochenendsitz“ hat, der allerdings in ihrer Abwesenheit von einer anderen Familie in Stand gehalten wird. Nach dem das traditionelle Hefemännchen und die „colada morada“ verspeist waren, wurde geritten, spazieren gegangen, Karten gespielt und geredet.

Am Montag fuhren wir, mit Katrin am Steuer, in die Recintos um Sebastian am Mittwoch (seinem letzten Tag in Santa Maria) möglichst viele Informationen und Bilder mitzugeben zu können.
Trotz der zeitaufwändigen Datenerfassung nahmen wir uns am Dienstag 3 Stunden Zeit, um mit Sebastian eine befreundete Familie zu besuchen. Nach einem abenteuerlichen Ritt zum Fluss wurde von dem am Morgen geschlachteten Schwein gegessen. Anlässlich zum Abschied von Sebastian gab es am Mittwoch im Internat, nach dem gemeinsamen Mittagessen, Dankesreden und Tanz.

Am Donnerstagmorgen klingelte unser Wecker um 4.00 Uhr, damit wir mit dem Schulbus zu Sebastian fahren konnten, um ihm die Becadomaterialien, Briefe und Mitgebsl anzuvertrauen, an denen wir bis spät in die Nacht gearbeitet hatten.

Am Sonntag den 9.11.08 bekam dann endlich jede von uns ihre eigenen Klassen zugeteilt, da wir bisher die letzten Unterrichtsstunden zu zweit gehalten hatten (Larissa: 5. + 7.; Katrin: 4. + 6.).
Ab Montag konnte dann also der Englischunterricht, in jeder Klasse 2x pro Woche je 45 Minuten, losgehen.

Inzwischen steht unser Arbeitsalltag fest, wir haben unsere festen Aufgabenbereiche zugeteilt und somit auch die Verantwortung z.B. für die Hausaufgaben bekommen. Damit ihr euch eine Vorstellung machen könnt, schicken wir euch einen groben Wochenablauf bzw. Arbeitsplan gemacht (siehe Anhang).

Der Dienstag begann mit einer Katzenwäsche bzw. -dusche mit dem Zisternenwasser, da es am Dienstag im Internat mal wieder kein Wasser gab. Nach dem Unterricht wurde im Schwesternhaus „Toastada“ (spezielle Maisart, die beim rösten seine äußere Form behält, aber innen zu Popkorn wird) und „Maní“ (Erdnüsse) geröstet und „Dulce de Sambo“ (eine Art Kürbismarmelade) hergestellt.

Am Mittwoch nach dem Mittagessen stand dann zum 1.Mal eine (Probe)Tanzstunde mit den Señoritas auf dem Programm. Da die Señoritas mehr lernen wollen, viel und gerne tanzen werden ab jetzt jeden Mittwochnachmittag auf der Internatsterrasse Tänze einstudiert.

Am Freitag wurden wir spontan übers Wochenende zu den Carpios auf ihre Finca eingeladen. Da wir nicht darauf eingestellt waren, wurde morgens schnell noch eine Waschmaschine angeschmissen (ja des gibt es hier auch, aber für uns nur für Notfälle), schnell gegessen, gepackt und ab mit dem Jeep aufs Land. Es ging aber nicht gleich auf die Finca. Das Auto wurde am Fluss geparkt, „Badesachen“ (hier normale Klamotten) angezogen und sich flussaufwärts auf die Suche nach Fischen gemacht. Natürlich nutzen wir die Gelegenheit auch zum Baden. Damit einem dann im Laufe der Zeit nicht kalt wird, gabs wieder „trago“. Sobald wir genügend Fische gefangen und gleich Vorort ausgenommen hatten, gings in der Dämmerung durch die Pampa zur Straße, an der uns Don Carpio mit dem Jeep erwartete. In der Finca angekommen wurde gegessen und der Abend klang mit einem Film aus. Am Samstag wurde bis 6.45 geschlafen. Nach dem Frühstück durften wir dann selber Hand anlegen und uns am Melken versuchen. Ist schwerer als man sich vorstellt. Aber nach einiger Zeit haben wirs auch hinbekommen. Das gute am Melken gehen ist natürlich auch die frische Milch, die man probieren darf. Wenn man richtig gut melken kann, gibt’s sogar Milchschaum. LECKER! Nach dem Mittagessen wurde aus der gemolkenen Milch Käse gemacht. Nachdem sich durch ein geheimnisvolles Pulver eine dicke festere Schicht von der Milch abgesetzt hatte und das ganze mehrmals per Hand durchgeknetet wurde, konnte man den überflüssigen „Suero“ (restliche Flüssigkeit, die wieder an die Kühe verfüttert wird) abschöpfen. Anschließend wurde Salz hinzugefügt, erneut durchgemengt und in dem formgebenden 10 Liter Behälter abgeseiht, wo der weiße Käse bis zum nächsten Tag ruht. Später durften wir Don Carpio beim Kühe zählen zu Pferd begleiten. (Aufregende Angelegenheit) Es ging querfeldein, steil hinauf und wieder runter, schnell und langsam, durch Schlamm und Wasser und dazu ernteten wir Guavas, Limonen und Orangen. In der Dämmerung bzw. im Dunkeln ritten wir erneut los um im Fluss zu baden. Den Rückweg leuchteten uns die Glühwürmchen, da es inzwischen stockduster war.
Dass das alltägliche Kühe melken ganz schön anstrengend ist, merkten wir an unseren leicht schmerzenden Händen, nachdem wir am nächsten Tag erneut die Kühe gemolken hatten. Zusammen mit Monse und Mateo wurden wir mit Motos (Motoräder sind hier das schnellste und häufigste Transportmittel) zurück nach Santa Maria gebracht.
Am Dienstag geschah das, was es uns unmöglich gemacht hat, den Rundbrief früher abzuschicken. Wie schon berichtet, ist Wasser in den PC geraten, worauf dieser einige Zeit nicht mehr funktionsfähig war. Zur Reparatur sollte es am nächsten Morgen eigentlich nach Santo Domingo gehen, aber dann stürzte Madrecita Maria Magdalena auf der Treppe und zog sich gleich 2 Brüche zu (Schienbein und Fuß). Das verzögerte natürlich die Reparatur des PCs.
Am Donnerstag, den 20.11.08 wurden wir auf der Elternversammlung der Schule vorgestellt. Dort wurde auch unser Schulhofprojekt angesprochen und begeistert angenommen.
Wer sich noch mehr für das Projekt interessiert, kann darüber auf unserem Blog lesen, die Fotos des Schulhofs und der zu verschönernden Wände anschauen und sich natürlich gerne an uns wenden, wenn er uns unterstützen möchte.

Jetzt seid ihr wieder auf einem aktuelleren Stand über unsere Arbeit und unseren Aufenthalt. Wir hoffen, dass wir euch nicht mit zu viel Informationen überfordert haben und ihr bis zum nächsten Rundbrief nicht so lange wie dieses Mal warten müsst.
Das nächste Mal berichten wir euch, wie wir uns auf Weihnachten vorbereiten. Bis dahin wünschen wir euch eine schöne Adventszeit.

Liebe Grüße

Larissa und Katrin

Samstag, 22. November 2008

An Alle die uns unterstuetzen wollen!


Larissa und Ich haben da eine ganz tolle Idee und wollen so viele wie moeglich dafuer begeistern, damit man uns vll etwas unter die Arme greifen kann.
Wir arbeiten ja hier auch als Lehrerinnen in der "Escuela la Sagrada Familia", da ist uns natuerlich nicht entgangen, wie der Schulhof der Schule aussieht. (Es werden bald Fotos eingefuegt, um euch ein Bild der Lage vor Ort, zu verschaffen. Jetzt muessen erst mal Beschreibungen genuegen.) Der Schulhof ist zwar gross, hat Platz zum Spielen und einen Spielplatz aber er ist sehr grau. Und eine Schule fuer Kinder sollte bunt und froehlich sein. Ein Ort, an den man gerne geht. (Das tun die Kinder jetzt natuerlich auch schon)

Aber jetzt zu unserem Projekt:
Im Fruehjahr des kommenden Jahres wollen wir den Schulhof mit den Kindern bunt anmalen. Jedes Kind darf beim Malen helfen. Sodass danach ein bunt bemalter, freundlicher und lebhafter Schulhof entsteht. Das Motiv ist noch in Planung...schliesslich soll ja danach ein schoenes Gesamtbild entstehen nicht nur irgendwas.
Womit koennt ihr uns jetzt helfen? Um ehrlich zu sein, die Schule und die Gemeinde hat kein Geld um dieses Projekt umzusetzen. Wir dachten, wenn man (ihr)ein bissle Geld sammeln koennte, sei es durch Kollekten, Kuchenverkaeufe, Flohmaerkte, etc. kann man davon hier Farben, Pinsel usw. zu kaufen. Wir wissen, dieses Projekt ist nicht lebensnotwendig fuer die Kinder, aber wenn ein Kind hier gerne in die Schule geht, kann und will ist das hier schon ein grosser Gewinn. Ausserdem, weiss jeder der mit Kinder zu tun hat, wie wertvoll und wunderschoen ein Laecheln eines Kindes sein kann, dem eine kleine Freude gemacht wird.

Wer uns bei diesem Projekt helfen will kann sich gerne mit uns in Verbindung setzen. Wir freuen uns ueber jede Unterstuetzung.

Ganz liebe Gruesse Larissa und Katrin






Hallo ihr fleissigen Leser und Blog-Besucher.
Wir muessen euch ein weiteres Mal enttaeuschen, weil uns das Schicksal geade immer einen Strich durch die Rechnung macht. Ein Teil des Rundbreifes gammelt grad auf meinem (Katrins) Lap top herum. Das hoert sich jetzt net so schlimm an. Man muss nur dazu wissen, dass mein Lap top gerade bei der Reparatur ist, weil Wasser reingeraten ist und er jetzt deshalb von Ameisen bevoelkert wird. Das sollte eigentlich genug des "mala suerte" sein. Wir haben gestern (voller Hoffnung) einen anderen PC zum arbeiten erhalten. Dieser Lap top wurde allerdings 1 Jahr schon nemme benutzt. Ein Tag Arbeit (fast fertig) und das Ding geht aus und nicht mehr an. Natuerlich hatten wir gespeichert aber noch nicht auf dem USB-Stick. Heute ist vll mein Lap top fertig und wir koennen den ersten Teil noch schicken. Vll aber auch nicht. Der andere Lap top wird jetzt auch gleich zur Reparatur gebracht und mal schaun, was sich noch retten laesst.
Des war jetzt die kurze Version der letzten paar Tage, an denen wir nicht wirklich viel Glueck hatten. Aber komischer Weise konnten wir uns am Freitag schon gar nicht mehr aufregen. Es passte in die Woche hinein. Mit guter Laune gings dann auf ein Festle in Santa Maria. Es hilft vll doch manchmal alles ein wenig optimistischer zu sehen und sich nicht aufzuregen, wenn man eh nichts aendern kann. Ja, Gelassenheit, Geduld und vll Optimismus kann man sich von den Lateinamerikanern schon n bissle abschauen.

Sonntag, 26. Oktober 2008

Rundbrief 3

Diesmal hat es etwas länger gedauert.

Da wir euch nicht mit zu vielen Informationen überhäufen wollen, erzählen wir nur die Highlights des letzten Monats.

Fangen wir da an, wo wir aufgehört haben:

Am Samstag den 20.9.08 gings nach Santo Domingo, weil der Jeep zur Reparatur musste. Einfacher gesagt als getan. In Ecuador wird das Auto nicht einfach zur Werkstatt gebracht und nach ein paar Stunden wieder abgeholt. Nein. Es wird zunächst der Schaden in der Werkstatt festgestellt und eine Liste der Ersatzteile geschrieben, die der Besitzer dann schnellst möglichst selber besorgen muss. Dazu muss man die Hauptstraße entlang, um sich in den unzähligen Ersatzteilläden die benötigten Teile zusammen zu suchen. War man damit erfolgreich, folgt die eigentliche Autoreperatur.

Der 26.9.08 ist der Nationalfeiertag der ecuadorianischen „Bandera“ (Flagge). Nicht nur für die Schüler der „Escuela Sagrada Familia“ bedeutet das: Wie wochenlang geprobt zur Marschmusik mit Uniform und Fahnen auf den Schulhof einmarschieren, Position einnehmen, stolz die Nationalhymne schmettern und die Geschichte der Flagge vortragen. Jeder der 7.Klasse (Abschlussklasse) muss einen Schwur auf die Flagge ablegen und die neun besten erhalten zudem Diplome und Schärpen. Auf der Terasse des Schulgebäudes fand anschließend noch eine Feier mit einer bappsüßen Riesen-„Plastik“-Torte statt. Am Nachmittag lud uns Lizeth, eine der ersten Internatschülerinnen, auf die Finca ihrer Familie ein. Ihr Vater baut Guavas, Orangen, Mandarinen, Limonen und Kakao an. Nach einem Ausflug zu Pferd durften wir von allem etwas probieren und zum Schwesternhaus mitnehmen.

Am darauffolgenden Sonntag wurde in Ecuador über die zukünftige Verfassung mit „Sí“ oder „No“ abgestimmt. Gegen acht Uhr abends stand dann fest, dass das „Sí“ gewonnen hatte, was uns nicht besonders verwunderte. Die Plakate, die für die Verfassung propagierten, waren in den letzten Wochen an jeder Hauswand zu sehen, in den Schulen wurden „Sí“-Armbänder an die Kinder verteilt, die Ecuadorianer zur Ansprache des Präsidenten Correa nach Guayaquil eingeladen und die Reise dafür vom Staat bezahlt. Zudem wurden jeder Bevölkerungsschicht mehr Zuschüsse versprochen wie etwa den Arbeitern eine Lohnerhöhung bis zu 30 Dollar. In Santo Domingo begegneten wir auch der Gegenposition in Form einer „No“-Protest-Aktion. Während der letzten 3 Tage vor dem Referendum war es übrigens wegen des „ley seca“ verboten Alkohol auszuschenken bzw. zu trinken.

Am 07.10 begleiteten wir Padre Max und die Schwestern zu der Segnung einer Finca (denn zu jeder Festlichkeit, die die Schwestern besuchen sind auch wir eingeladen).

Der Mittwochabend war ein kleines Highlight für sich. Mit ein bisschen Musik aus dem CD-Spieler verwandelte sich der Internatshof zu einer Tanzfläche. Niños wie auch Señoritas waren von der spontanen Aktion begeistert.

Zwei Tage später fuhren wir mit halb Santa Maria auf der Padre-Max-Ranchera nach San Clemente, wo der Padre die nächsten drei Monate leben wird. Deshalb verbrachten wir die Nacht von Donnerstag auf Freitag damit, die Habseligkeiten des Padres in Kisten zu verstauen. Während der Fahrt wurde gesungen, geredet, gelacht, gespielt, gebetet…bis wir abends um 7 endlich an unser Ziel kamen. Im Strandrestaurant wurde das Abendessen für über 50 Leute spontan zubereitet, mit dem der Padre willkommen geheißen wurde. In dem recht kleinen, friedlichen Stranddorf San Clemente konnte jeder ein Bett für die Nacht finden. Der nächste Morgen begann für viele mit einem Bad im relativ warmen Pazifik. Nach einem Mittagessen am Morgen, Strandspaziergang und Muschelnsammeln verabschiedete sich Santa Maria del Toachi von seinem langjährigen Pfarrer.

Den Rückweg nahmen wir nicht direkt nach Santa Maria sonder machten einen Abstecher an andere Städtchen am Meer. Dazu setzte die Ranchera bei der Bahía de Varáquez über und wir folgten mit einem kleinen Boot. Auf der anderen Seite angekommen gings auf dem Dach der Ranchera gleich weiter um in einem Meeresfrüchterestaurant am Strand Mittag zu essen. Von dort aus fuhren wir auf dem direkten Weg nach Hause, wo wir gegen 11 Uhr ankamen.

Dies war erst der erste Teil unseres Rundbriefes. Weil wir sehr viel erlebt aber bisher recht wenig Zeit hatten das alles zu schreiben, hoffen wir nächste Woche (weil da Ferien sind) nochmal ins Internet zu kommen und den zweiten Teil zu schicken. An dieser Stelle wollen wir uns bei allen bedanken die uns Materialien für den Englischunterricht gesendet haben und auch bei all den fleißigen Lesern, die uns auf unsere Briefe antworten.


Liebe Gruesse und hoffentlich bis bald!


Larissa und Katrin

Montag, 29. September 2008

Wetter

Ja, das Wetter… Wir befinden uns im tropischen Regenwald. Das heißt: sehr hohe Luftfeuchtigkeit und Regen aber auch Sonnenschein.
Wie der Tag wird, ist am kühlen Morgen noch nicht absehbar. Fleece-Pulli und dicke Socken werden genauso benötigt, wie kurze Hosen und Tops.

Essen

Gegessen wird immer im Schwesternhaus.
Zum Frühstück gibt es Instantkaffee ohne Milch (Leider!), Brötchen, Käse und frisch gepressten Fruchtsaft und ab und zu ein Ei. Das Mittag- und Abendessen ist jedesmal warm. Meistens erst eine sättigende Suppe, dann folgt Reis, Kartoffeln (in allen Variationen), hin und wieder Nudeln, verschiedene Maissorten (Choclo,…), Fleisch aber meistens „Pollo“ (Hühnerfleisch), Gemüse, Tomaten-Zwiebel-Salat, Thunfisch, Fisch, ……
Zum Kochen wird generell viel Öl verwendet und Fisch und Fleisch sind fast immer frittiert.
Die Banane wird hier sehr vielseitig eingesetzt, da es insgesamt 12 verschiedene essbare Bananensorten gibt. Sie erscheint in gestampfter, gekochter, gebackener und frittierter Form, als Chips, in der Suppe, im Eis oder wird einfach so gegessen.
Wo wir schon bei den Früchten sind: In Ecuador gibt das ganze Jahr über neue, uns unbekannte Früchte. Zurzeit werden Ananas und Äpfel geerntet. Bananen, Orangen, Limonen, Mandarinen, Guaba und noch viele Früchte mehr sind das ganze Jahr über reif.
Verhungern können wir hier mit Sicherheit nicht! Im Gegenteil.

Unterkunft

Wir haben ein Zimmer im Internat, direkt im Schlafsaal der größeren Mädels (13 – 16 Jahre). „Im“ deshalb, da man durch ein Fenster in unser Zimmer schauen kann. (Ist inzwischen abgehängt)
Wir teilen somit das Bad mit ihnen. (4 Klos, 3 funktionstüchtige Duschen, Waschbecken und 2 Becken zum Wäsche waschen) Das Bad darf von den Mädels allerdings nur nachts und morgens benutzt werden. Aus den Hähnen kommt wenn, dann nur kaltes Wasser. Es ist schon öfter vorgekommen, dass es kein Wasser gab (seltener der Stromausfall).
Unser Bett besteht aus einem Bettgestell, einer Holzplatte mit Decken, Laken einer Zudecke und einem Kissen. Wir können uns im Internat relativ sicher fühlen, da unser Zimmer, genauso wie der Schlafsaal der Mädchen ein Schloss hat, das Stockwerk mit einem Eisengitter verriegelt ist, der Internatshof ebenfalls und um das Internat eine ca. 4m hohe Mauer mit Eisentor führt. Die gesamten Fenster des Internats sind zudem noch vergittert. Es gibt natürlich wie überall Spinnen, nur sind sie hier um einiges größer. Trotz den Moskitonetzen über unseren Betten, haben uns die Viecher nicht verschont. Neben an wohnt ein verwirrter Hahn, der nicht nur bei Sonnenaufgang kräht sondern Tag und Nacht…

Samstag, 20. September 2008


Sonnenuntergang von der Terasse des Internats


Die Marienprozession


Die Ranchera "Padre Max Wolf"


Baden im Río Toachi



Beim Stierkampf




Im Bus auf der Fahrt nach Santa María


Das Schwesternhaus

Die siamesische Katzenmutter